24.12.2015

„Moije Wiehnachten!“

Ich wünsche allen meinen Lesern ein ruhiges, besinnliches und friedliches Weihnachtsfest.


Irgendwas ist anders in der St.-Bartholomäuskirche in Barrien. Vor dem Altar liegen kuschelige Sitzkissen auf dem Boden, in der Mitte der Sakristei ist ein riesiges, bunt verpacktes Geschenk zu sehen, vor der Kanzel eine kleine Bühne aufgebaut. Es ist das Anfangsbild für das Krippenspiel an Heiligabend.

Um 15 Uhr beginnt der Spaß, eingerahmt vom Krippenspiel der Kinder ab 13.30 Uhr und der Christvesper ab 18 Uhr. "Mit der Zeitmaschine ab nach Bethlehem“ heißt das Stück, das Vorkonfirmanden in der Barrier Kirche zum ersten Krippenspiel aufführen.

Die Teenager haben sich gemeinsam mit Pastorin Katja Hedel und ihrer ehrenamtlichen Helferin Renate Frank eine Geschichte ausgedacht, die der Tradition gerecht wird, aber trotzdem auch jüngere Menschen ansprechen könnte: Während die Eltern zum Krippenspiel gehen, luschern Sohnemann und Töchterchen schon mal bei den Geschenken. Eine Zeitmaschine ist es, die dort so hübsch verpackt herumsteht. "Nicht geeignet für Kinder unter 15 Jahren“, wie Tim, der Sohn, vom Beipackzettel abliest. Da Schwester Anneke aber schon 15 Jahre alt ist, steht einem Testlauf, mal abgesehen von der schwesterlichen Ängstlichkeit, nichts mehr entgegen. Knopf gedrückt, und schon geht es los. Na, wohin wohl? Richtig: Nach Bethlehem, in die Zeit um Christi Geburt.

Bei der ersten Probe ohne Textzettel geht es schon ganz gut. Vor dem Einsteigen in die Zeitmaschine warnt Katja Hedel Tim und Anneke davor, sich zu weit herauszulehnen, "sonst haben wir an Heiligabend hier ein Drama“, sprich: eine defekte Zeitmaschine. Die Engel und die Heiligen drei Könige sitzen derweil am Rand der Sakristei und sorgen für die typischen Geräusche, die es eben hat, wenn eine Zeitmaschine sich auf den Weg in die Vergangenheit macht.

Dann bricht sich das den Jugendlichen eigene Chaos auf der Bühne Bahn. Ein Engel bezeichnet sich als "der Gote Bottes“, Maria spricht: "Ich bin verlobt mit Jesus, dem Zimmermann aus Nazareth.“ Kleinfehlerkram halt, der morgen, bei der Aufführung an Heiligabend, mit Sicherheit nicht passieren wird. Bei aller Konzentration - der Spaß kommt bei der Probe auch nicht zu kurz. So dirigiert Maria im Hintergrund fröhlich, als die Verkündigungsengel „Ehre sei Gott und den Menschen Frieden“ singen. Gekicher bei den Hirten. Da wird Katja Hedel, eigentlich eine Frohnatur, doch einmal ernst. "An Heiligenabend darf euch alles passieren“, sagt sie. "Nur lachen, lachen dürft ihr nicht.“

Die Zuschauer hingegen schon. Worüber? Das wird hier nicht verraten.

23.12.2015

Vollsperrung in Kirchweyhe geplant

Für mindestens zwei Tage, längstens aber für zwei Wochen können die Autofahrer, die von der Kleinen Heide kommen, nicht mehr auf die Bahnhofstraße einbiegen. Das gilt auch für die Gegenrichtung. Eine Vollsperrung der viel befahrenen Straße ist für den Zeitraum von Montag, 28. Dezember, bis Freitag, 08. Januar, geplant, teilte die Gemeinde mit.



In der Straße lässt die Firma Vodafone ein neues Datenkabel für schnelles Internet verlegen, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

22.12.2015

Tankstellenüberfall in Kirchweyhe

Um 21.15 Uhr schlugen sie zu: Zwei Maskierte sind Gestern Abend in den Verkaufsraum der Classic-Tankstelle an der Kirchweyher Straße in Weyhe gestürmt und haben die Angestellte mit einer Schusswaffe bedroht.


Nach Angaben der Polizei forderte das Duo die 40-Jährige auf, die Schublade der Kasse zu öffnen. Als sie dem Folge leistete, nahm einer der Täter die Tageseinnahmen in nicht genannter Höhe heraus. Anschließend sollen beide zu Fuß an der Einmündung Im Mühlengrunde vorbei in Richtung Friedhof geflohen sein. Die von der Polizei eingeleitete Fahndung nach den Räubern blieb bislang erfolglos.

Bremen - Feuer zerstört Einfamilienhaus

Ein Feuer hat am frühen Dienstagmorgen in Bremen-Oberneuland ein Einfamilienhaus komplett zerstört. Nachbarn hatten gegen 6 Uhr die Flammen bemerkt und die Feuerwehr verständigt.

Diese rückte mit einem Großaufgebot zur Straße Im Moor aus. Beim Eintreffen der ersten Kräfte schlugen bereits die Flammen aus dem Dachstuhl. Die Feuerwehr setzte mehrere Rohre ein und konnte den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Besonders hilfreich war dabei der Löscheinsatz von der Drehleiter.

Personen wurden nach ersten Informationen der Polizei nicht verletzt, da laut einer Nachbarin das Einfamilienhaus derzeit unbewohnt ist. Das Gebäude wurde durch Flammen und Löschwasser komplett zerstört. Für die Löscharbeiten musste die Oberneulander Heerstraße teilweise voll gesperrt werden.


Wohnungsbrand in Stuhr

Zu einem Wohnungsbrand sind die Feuerwehren Brinkum und Seckenhausen am Dienstagmorgen gegen 9.40 Uhr in die Straße Studtriede ausgerückt.



Aus den Fenstern einer Dachgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus drang dichter Qualm. Unter schwerem Atemschutz drangen die Einsatzkräfte in die Wohnung ein und mussten sich laut Christian Tümena, Sprecher der Gemeindefeuerwehr Stuhr, erst den Weg zum Brandherd freiräumen. Denn die kleine Wohnung war ordentlich zugestellt.

Auf einem Tisch brannten Dekoartikel. Laut dem Feuerwehrsprecher waren dies keine Lichterketten, Gestecke oder ähnliche weihnachtliche Artikel.
Die Brandwohnung wurde anschließend gut belüftet und der Polizei übergeben. Diese ermittelt die Ursache des Feuers. Personen wurden durch das Feuer nicht verletzt. Die Wohnung ist vorläufig unbewohnbar. Der Schaden geht in die Zehntausende.

Qelle: Weser-Kurier

18.12.2015

Sanierung der KGS Leeste - Schulleiter befürchten Abgänge nach Syke

Rainer Patzelt, Schulleiter der KGS Leeste, schlägt Alarm: "Hier werden durch Gerüchte Fakten geschaffen, die für uns fatal sein können.“ Dabei ist die Sache, eigentlich so gut wie vom Tisch: Für den Antrag der Weyher CDU-Fraktion, während der kompakten Sanierung der KGS die Oberstufe in die Förderschule in der Leester Heide auszugliedern, scheint sich keine politische Mehrheit zu finden. Das konnte nun Bürgermeister Andreas Bovenschulte als Ergebnis einer nicht-öffentlichen Sitzung des Lenkungsausschusses vor gut einer Woche vermelden. Dabei hatten sich alle anderen Fraktionen gegen den Vorschlag der Christdemokraten ausgesprochen.


Patzelts Problem aber ist damit nicht aus der Welt: Denn er befürchtet, dass viele Eltern ihren Nachwuchs nun nach Syke schicken, weil sie diesen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht an der Förderschule in Melchiorshausen sehen wollen. Auch seine Kirchweyher Direktoren-Kollegin Karin Busch verspürt eine "große Verunsicherung“. Er ergänzt: "Es war fahrlässig, so etwas zu streuen.“

Überhaupt sei der Antrag, gestellt immerhin schon Ende September, seiner Ansicht nach "nicht zur richtigen Zeit“ gekommen. Schließlich sieht dieser vor, dass die Förderschule schon ab dem Schuljahr 2016/2017 KGS-Außenstelle wird, dabei werden im kommenden Jahr ganz sicher noch keine Handwerker mit der 6,5 Millionen Euro teuren, schnelleren Sanierung beginnen. Bis 2019 soll alles fertig sein. "Wir befinden uns erst in der Phase null, der Bestandsaufnahme. Heute kann noch niemand sagen, ob die Räume reichen werden oder nicht“, so Patzelt.

Er geht aber nicht davon aus, dass Arbeiten zeitgleich am gesamten Gebäude laufen werden. Daher könnten Klassenräume "intern verlagert“ werden. Er gibt auch zu bedenken, dass für die Oberstufe kleinere Räume benötigt werden als für die Sekundarstufe I. Da werde man schon fündig. Patzelt ist sich sicher: "Der Unterricht wird regulär laufen können, das haben Beispiele anderer Schulen gezeigt.“

Die Pläne der CDU hätten laut Patzelt etwa 240 Schüler betroffen. Die Jahrgänge elf und zwölf seien da aufgrund übergreifender Kurse zwingend zusammen zu betrachten, eventuell hätte man den 13. Jahrgang noch bei den Überlegungen berücksichtigen müssen. Aber derlei Gedankenspiele kämen seiner Ansicht nach ohnehin zu früh: "Erst sollte die Reihenfolge der Renovierung klar sein.“

Die könnte sogar zusätzlichen Platz schaffen. Rainer Patzelt denkt da an die Schulküche. Die soll - wie schon seit längerer Zeit angedacht - endlich in den sogenannten Hattesohltrakt auf dem hinteren Teil des Schulgeländes verlegt werden. "Ein Fettabscheider ist dort vorsorglich schon eingerichtet worden, und die Küche müsste eh erneuert werden. Das wäre da möglich“, erklärt er. Einiges verspricht er sich zudem davon, dass die Gemeindebibliothek aus der KGS wegzieht. "Danach sieht es ja aus“, sagt er. Auch das würde weitere Raumkapazitäten bringen.

Und bevor auf die Förderschule des Landkreises Diepholz an der Gartenstraße ausgewichen wird, bevorzugt Patzelt eher eine noch engere Kooperation mit den Nachbarn aus Kirchweyhe. "Einige Kollegen sind auch bereits zu uns abgeordnet“, erzählt er. Er könne sich vorstellen, dass untereinander Lösungen für eine "kurzzeitige Überbrückung“ gefunden werden, wenn an der KGS Leeste der Baulärm zu groß wird.

Weiter behandelt wird der CDU-Antrag am 26. Januar im Ausschuss für Schule, Kindertagesstätten und Jugend. So lange wollen Rainer Patzelt und Karin Busch aber nicht warten, um die Gerüchte, ihre Schüler könnten demnächst nach Melchiorshausen entsendet werden, zu zerstreuen.

17.12.2015

"Nach 1938 aufgelöst, verdrängt, ermordet!" - Jüdische Vereine im Nordwesten

Fussball ist Nationalsport. Fußball prägt den Alltag vieler Menschen. Fußball ist sogar im Bewusstsein der Menschen, die sich gar nicht dafür interessieren. Denn Fußball ist Bestandteil jeder Zeitung oder jedes Fernsehprogrammes. Was vielen Deutschen nicht bewusst ist, was vor 82 Jahren nach der Machtübernahme der Nazis in Fußballvereinen geschehen ist.



Zwei Autoren haben die Geschichte von rund zweihundert Clubs aufgearbeitet. Vereine, in denen Juden sehr schnell diskriminiert wurden. Henry Wahlig und Lorenz Peiffer waren auf Spurensuche.

"Bevor das neue NS-Regime sich überhaupt etabliert hatte, haben die deutschen Turn- und Sportvereine in vorauseilendem Gehorsam ihre jüdischen Mitglieder ausgeschlossen", sagt Peiffer in einem Gespräch mit dem Nordwestradio. Er bezeichnet dies als Vorreiterfunktion der "Arisierung" im Deutschland der 30er-Jahre.


Im Nordwesten betraf das auch den SV Werder Bremen, so der Autor. "Dort gab es einen Jugendspieler, der aus Wilhelmshaven nach Bremen gekommen war und dem dann mitgeteilt wurde, dass er als Jude nicht mehr erwünscht ist. Der ist dann Gottseidank nach Amerika geflohen und ist dort ein renommierter Literaturprofessor geworden", so der Autor. Peiffer sprach auch mit anderen Juden, die aus ihren Vereinen ausgeschlossen wurden. Diese hätten ihm gesagt: "Für uns als junge Menschen von heute auf morgen ausgeschlossen zu werden, aus einer sozialen Gemeinschaft, in der wir gelebt haben, wo wir unsere Freunde hatten, das ist ein unglaublich massiver Einschnitt gewesen."

Viele der Betroffenen gründeten dann neue, rein jüdische Vereine. In Bremen war das beispielsweise Schild Bremen. In Twistringen im Landkreis Diepholz trafen sich Jungen aus jüdischen Familien jeden Sonntag zum Fußball. Laut Peiffer kamen die Mitspieler teilweise aus einem Umkreis von 60 Kilometern. Wissenschaftler Peiffer: "Es hat sich dann der nordwestdeutsche Makkabi-Verband aufgebaut, die haben dann eigene Meisterschaften organisiert. Es ist eine Parallelgesellschaft gewesen." Nach 1938 wurden diese Vereine aufgelöst. "Liquidiert, verdrängt, die Mitglieder deportiert, ermordet!", so das Fazit des Buchautors Lorenz Peiffer. Berichte über das spätere Schicksal der Vereinsmitglieder gibt es nicht mehr.

Zum Buch:
Henry Wahlig und Lorenz Peiffer: "Jüdische Fußballvereine im nationalsozialistischen Deutschland",
Verlag Die Werkstatt. 576 Seiten, zirka 45 Euro